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Gedanken zum Self-Hosting

Hinter den Kulissen · 2026-08-02

Port-Forwarding, NodeJS und unsichtbare Gefahren. Warum es eine ziemlich schlechte Idee sein kann, die magischen Barrieren des eigenen Routers einzureißen.

Warum dein Heimnetz keine offene Taverne ist: Gedanken zum Self-Hosting

Um Foundry VTT zu betreiben, hast du grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder du entscheidest dich für das Self-Hosting in den eigenen vier Wänden, oder du mietest dich bei einem Hosting-Provider ein. Da Foundry nur einmalig gekauft wird und keine Abo-Kosten hat, ist der Reiz groß, das Ganze einfach auf dem heimischen Rechner oder einem kleinen Raspberry Pi laufen zu lassen.

Aber bevor wir die Würfel rollen lassen, müssen wir über die Türsteher deines Netzwerks reden.

Der Mythos vom unkomplizierten Port-Forwarding

Auf das Thema Port-Forwarding selbst möchten wir hier gar nicht im Detail eingehen. Es gibt schlicht zu viele Unterschiede bei den einzelnen Routern und Internet-Providern (Stichwort: DS-Lite und IPv6), um dafür eine allgemeingültige Anleitung zu geben.

Unsere grundsätzliche Empfehlung lautet: Wenn du technisch nicht absolut versiert bist, solltest du darauf verzichten, dein Heimnetzwerk für Zugriffe von außen zu öffnen. Und für alle anderen gilt eigentlich die gleiche Empfehlung.

Warum? Achtung, ein kurzer Ausflug in die Technik:

Die Architektur von Foundry VTT (und ihre Grenzen)

Foundry VTT ist im Kern eine JavaScript-Anwendung, die von einem NodeJS-Prozess an die Browser der teilnehmenden Spieler ausgeliefert wird. Das macht die Software rasend schnell und modern, bringt aber für Heimanwender zwei handfeste Architektur-Probleme mit sich:

NodeJS gehört nicht nackt ins Internet NodeJS ist ein fantastisches Werkzeug, aber es ist schlicht nicht dafür vorgesehen, direkt aus dem wilden Internet angesprochen zu werden. Im professionellen IT-Bereich stehen niemals NodeJS-Server an vorderster Front. Wir schalten immer spezialisierte Türsteher – sogenannte Reverse Proxies (wie Traefik oder Nginx) – davor. Diese fangen schadhafte Anfragen ab, verwalten SSL-Zertifikate sicher und schützen die eigentliche Anwendung. Beim klassischen Self-Hosting am Heim-Router fehlt diese lebenswichtige Schutzschicht meist völlig.

Wenn dieser Rechner nun direkt im gleichen Netzwerk hängt wie dein privates NAS, deine Smart-Home-Steuerung oder dein Arbeitslaptop, wird es im Fall der Fälle sehr schnell sehr ungemütlich.

Der Flaschenhals am Kupferkabel

Neben der reinen Sicherheit gibt es noch einen banalen, oft vergessenen Physik-Faktor: den Upload. Ein typischer DSL- oder Kabelanschluss ist asymmetrisch. Du kannst zwar rasend schnell Dinge herunterladen, aber dein Upload ist oft ein Nadelöhr.

Wenn du als Spielleiter eine hochauflösende 50-Megabyte-Kampfkarte lädst, muss dein Heim-PC diese 50 Megabyte an jeden einzelnen deiner fünf Spieler hochladen. Das sind 250 Megabyte, die sich durch die heimische Kupferleitung quetschen müssen, während im Wohnzimmer vielleicht noch jemand einen 4K-Stream schaut. Das Resultat: Graue Bildschirme, Verbindungsabbrüche und Spieler, die auf Ladebalken statt auf Goblins starren.

Fazit: Souveränität hat ihren Preis

Self-Hosting ist ein großartiges Lernprojekt. Wenn du genau weißt, was Docker, Reverse Proxies und Netzwerksegmentierung (VLANs) sind, kannst du dir ein fantastisches Setup bauen.

Wenn du deine Zeit aber lieber in das Vorbereiten von epischen Momenten, NPCs und Geschichten stecken möchtest, als dich mit Router-Konfigurationen und Sicherheits-Patches herumzuschlagen, ist eine isolierte Sphäre in einem geschützten Rechenzentrum die deutlich entspanntere Wahl. Die Türsteher übernehmen wir – du musst nur noch leiten.

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